Rechtliches · 7 Min. Lesezeit

GEMA und DJ — wer zahlt was und wann bist du als DJ verantwortlich?

„Muss ich als DJ die GEMA anmelden?" ist eine der häufigsten Fragen von DJs. Die kurze Antwort: Nein — aber du musst es verstehen um keine bösen Überraschungen zu erleben und Kunden richtig zu informieren.

Inhalt
  1. Wer ist GEMA-pflichtig? DJ oder Veranstalter?
  2. Welche Veranstaltungen sind GEMA-pflichtig?
  3. GEMA-Tarife: Was kostet ein DJ-Auftritt?
  4. Private Feiern und GEMA
  5. Was passiert wenn die GEMA nicht angemeldet wird?
  6. Eigene Musik spielen ohne GEMA
  7. Häufige Fragen

Wer ist GEMA-pflichtig? DJ oder Veranstalter?

Klare Antwort: Der Veranstalter ist GEMA-pflichtig — nicht der DJ. Das ist im deutschen Urheberrecht so geregelt. Wer eine öffentliche Veranstaltung mit geschützter Musik durchführt (und das ist so gut wie jede Veranstaltung mit DJ), muss dafür eine Lizenz bei der GEMA erwerben.

Als DJ spielst du die Musik — du produzierst sie aber nicht. Die Nutzungsrechte liegen bei den Komponisten und Textern, die ihre Rechte bei der GEMA hinterlegt haben. Der Veranstalter nutzt diese Rechte durch die öffentliche Aufführung — und muss dafür zahlen.

Was das für dich als DJ bedeutet:

Du solltest deinen Kunden proaktiv informieren dass sie die GEMA selbst anmelden müssen. Das ist professionell und verhindert dass es nach dem Event zu Streit kommt weil der Veranstalter dachte, das sei "im DJ-Preis enthalten".

Welche Veranstaltungen sind GEMA-pflichtig?

Das Schlüsselwort ist "öffentlich". Eine Veranstaltung ist öffentlich wenn sie für einen unbestimmten Personenkreis zugänglich ist — also nicht nur für einen eng definierten privaten Kreis.

VeranstaltungstypGEMA-pflichtig?
Club / Disco / BarJa — immer
Firmenevent mit externen GästenJa
Hochzeit (mit Gästeliste)In der Regel ja, wenn nicht rein privater Kreis
Private Geburtstagsfeier (nur Freunde/Familie)Nein — rein privater Kreis
Stadtfest / Open AirJa
Vereinsfest mit externen BesuchernJa

GEMA-Tarife: Was kostet ein DJ-Auftritt wirklich?

Die GEMA berechnet Gebühren nach dem Tarif M-CD (Musikwiedergabe durch Tonträger, z.B. DJ-Sets). Die Höhe hängt ab von: Raumgröße (Besucher-Kapazität), Dauer der Musikwiedergabe, Höhe des Eintrittspreises (oder ob kostenlos).

Beispielhafte Größenordnungen (Veranstalter zahlt, nicht der DJ): Eine Kleinveranstaltung (bis 100 Personen, kein Eintritt) liegt bei ca. 30–60 Euro. Eine mittlere Disco (200 Personen, 10 Euro Eintritt) bei ca. 60–120 Euro. Große Veranstaltungen können mehrere Hundert Euro erreichen.

Die genauen Tarife findest du auf gema.de im Tarifbereich. Der Veranstalter kann die Veranstaltung dort auch online anmelden.

Private Feiern und GEMA — was gilt wirklich?

Bei privaten Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern stellt sich die Frage ob GEMA-Pflicht besteht. Die Antwort ist nicht immer eindeutig:

Rein privat
Nur engste Familie und enge Freunde — kein Eintritt, keine Werbung, rein geschlossener Kreis: GEMA-frei.
Grauzone
Hochzeit mit 150 Gästen von denen viele sich kaum kennen: Hier empfehlen Experten lieber anzumelden. Die Grenze ist fließend.
Empfehlung für Kunden
Als DJ: Weise den Kunden darauf hin dass du kein Rechtsberater bist und er bei Unsicherheit die GEMA direkt fragen soll. Im Zweifel ist Anmelden günstiger als Nachzahlung plus Aufschlag.

Was passiert wenn die GEMA nicht angemeldet wird?

Die GEMA ist bekannt dafür, aktiv zu kontrollieren — besonders bei Clubs und regelmäßigen Veranstaltungsorten. Kontrolleure besuchen Events unangekündigt. Wird die GEMA nicht angemeldet, kann der Veranstalter:

!
Nachzahlung
Die vollen Gebühren für die nichtangemeldete Veranstaltung werden nachgefordert.
!
Aufschlag 100 %
Zusätzlich zur Nachzahlung erhebt die GEMA in der Regel einen Aufschlag von 100 % — als Sanktion für die nicht erfolgte Anmeldung.
!
Abmahnung/Klage
Bei wiederholten Verstößen können rechtliche Schritte folgen.

Darf ich als DJ eigene Musik spielen ohne GEMA?

Wenn du ausschließlich Musik spielst die nicht bei der GEMA registriert ist — also eigene unveröffentlichte Tracks oder Musik von Künstlern die ihre Rechte nicht bei der GEMA hinterlegt haben — besteht keine GEMA-Pflicht für diese Stücke.

In der Praxis ist das kaum umsetzbar: Die meisten kommerziell veröffentlichten Tracks sind GEMA-registriert. GEMA-freie Musik gibt es (z.B. auf bestimmten Produktionsmusiksites), aber sie ist im DJ-Kontext selten ausreichend für ein vollständiges Set.

Wenn du GEMA-Mitglied bist (weil du eigene Musik produzierst und veröffentlichst), kannst du für deine eigenen Werke Ausschüttungen beantragen. Das ist aber ein anderes Thema als die Veranstalterpflicht.

Häufige Fragen

+Muss der DJ die GEMA anmelden?

Nein. Die GEMA-Anmeldung ist Sache des Veranstalters, nicht des DJs. Der DJ spielt die Musik — der Veranstalter veranstaltet die öffentliche Aufführung.

+Sind private Feiern GEMA-pflichtig?

Private Feiern im engsten Familien- und Freundeskreis sind nicht GEMA-pflichtig. Sobald die Gäste keinen persönlichen Bezug zueinander haben, gilt es als öffentliche Veranstaltung.

+Was kostet die GEMA für einen DJ-Auftritt?

Die GEMA-Gebühren hängen von Raumgröße, Eintrittspreis und Veranstaltungsdauer ab. Kleine Events: 30–60 Euro. Mittlere Clubs: 60–150 Euro. Große Veranstaltungen: mehrere Hundert Euro.

+Darf ich als DJ eigene Musik spielen ohne GEMA?

Wenn du ausschließlich Musik spielst die nicht GEMA-registriert ist, besteht keine GEMA-Pflicht. In der Praxis ist das kaum umsetzbar da die meisten kommerziellen Tracks registriert sind.

+Was passiert wenn die GEMA nicht angemeldet wird?

Der Veranstalter riskiert Nachzahlung plus 100%-Aufschlag. Bei Clubs mit regelmäßigen Kontrollen ist das Risiko real. Im Zweifel lieber anmelden.

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